Die große Eichenholz-Weihnachtskrippe in der Evangelischen Heilandkirche zu Bonn-Mehlem
Alle Jahre wieder, so beginnt ein volkstümliches Weihnachtslied, alle Jahre wieder erfreuen sich viele Menschen an
der Krippe in der Heilandkirche und das seit 25 Jahren. Es begann 1980 mit einem Grundbestand von 20 Figuren, bis
1995 wurden es über 100 Figuren, die jedes Jahr auf einen Unterbau von mehr als 30 m2 aufge-stellt werden. Der
Künstler, Herr Albert Nadolle (1913 –2003) aus Münster, hat damit die größte Krippe geschaffen, die nach dem
zweiten Weltkrieg in Westdeutschland entstanden ist. Dabei wurde, in wissenschaftlicher genauer Kenntnis des
jahrhundertealten Krippenbrauchtums, eine volkstümliche Krippe für die Menschen von heute geschaffen. Das schwer zu
bearbeitende Eichenholz, teilweise sogar schwarze Mooreiche, gibt der Krippe ihren unverwechselbaren Charakter.
Initiator war der damalige Gemeindepfarrer Helmuth Hofmann, der in vielen Gesprächen den Künstler oft überzeugen
musste, warum nun ausgerechnet ein Nashorn oder ein Tanzbär in die Krippenlandschaft mitaufgenommen werden sollte.
Eher eine Ausnahme als Krippenfigur ist auch die heidnische Seherin Sybille. Nach antiker Überlieferung soll sie
eine Weissagung von der Geburt eines Knaben von einer aus der Götterwelt entstammenden Jungfrau gemacht haben. Sie
blickt mit verdeckten Augen auf das gewickelte Kind und steht für Menschen außerhalb der Christenheit, die dennoch
etwas von einer Erlösung spüren. Viele Menschen kommen zum Teil von weit her, um das Krippengeschehen zu erle-ben.
Von einem Geschehen muss man hier tatsächlich sprechen, denn es wird eine Geschichte in einem großen Bogen erzählt.
Es fängt an bei den alttestamentlichen Figuren wie Adam und Eva im Paradies, dem König David, den Propheten oder
der Königin von Saba und geht über die Vorboten der Geburt von Jesus Christus, Johannes dem Täufer, Maria und ihre
Cousine Elisabeth bis zu den Engel, die den Hirten die Geburt des Heilandes verkündigen. Im Mittelpunkt steht
natürlich der Stall mit Maria und Joseph und dem Kind in der Krippe. Es ist hier nicht möglich, jede einzelne Figur
aufzuzählen oder zu beschreiben, genauso ist es unmöglich, die Krippe mit einem Blick zu übersehen, dazu braucht
man Zeit und Muße.
Sie sind herzlich eingeladen, jedes Jahr in der Weihnachtszeit, sich an diesem Kunstwerk zu
erfreuen. Die Krippe ist zu besichtigen von Heiligabend bis zum 3. Sonntag im Januar vor und nach den
Gottesdiensten, sowie an allen Freitagen, Samstagen, Sonn- und Feiertagen jeweils von 15 bis 18 Uhr.
Eingeladen sind sie auch zu einer beliebten musikalische Reihe, der Musik an
der Krippe, die seit fast 20 Jahren fester Bestandteil der Kirchenmusik in
Bad Godesberg ist.