Basar
Den Basar der Ev. Heiland-Kirchengemeinde, der meist Anfang November an einem
Sonntag stattfindet, gibt es schon seit über 20 Jahren.
Es begann mit dem Handarbeitskreis der Gemeinde, der seine Erzeugnisse für
einen guten Zweck verkaufte. Wenige Jahre später gesellte sich eine weitere
Gemeindegruppe dazu: der Töpferkreis. Der bereicherte das Angebot mit
handfester Keramik aus eigener Herstellung: kunstvolle Figuren in allen
Größen, aber auch Schalen und Gefäße (z.B. Blumenvasen), Nützliches und
Dekoratives.
Der Basar wuchs und wuchs. Im Angebot sind inzwischen Marmeladen und Gelees
nach Großmutters Rezepten. Gebäck und Konfekt, Königsberger Marzipan
appetitlich in durchsichtige Tüten verpackt. Fix und fertig zum Verschenken.
Man kann es aber auch selbst verspeisen. Es schmeckt.
Es gibt mit weihnachtlichen Motiven verzierte dicke Kerzen, hinreißende
Fotokarten, manchmal Aquarelle, eine Weintombola, Flohmarktartikel für den
Haushalt, Secondhand Ledertaschen und Kinderspielzeug. Im letzten Jahr kam
eine neue Idee auf: Das Angebot von Schmuck. Gespendet und neuaufbereitet
zum Verkauf. Welche Frau kann einer neuen Ketten widerstehen? Oder einem
Ring mit einem schönen edlen Stein zu kleinen Preisen?
In den Räumen der Bücherei kann man Lesestoff erwerben und Kunstbücher.
Hunderte von gespendeten Büchern liegen schön sortiert nach Themen für die
nächsten Besitzer parat. Preiswert - das versteht sich.
Der Basar hat viel von einem Gemeindefest. Dort trifft man sich nach dem
Gottesdienst und trinkt Kaffee, hat einen kleinen Plausch mit dem
Pfarrer, läßt vielleicht die eigene Küche kalt und löffelt gemeinsam einen
Teller Suppe oder ißt Würstchen mit Kartoffelsalat, manchmal gibt es sogar
echte Königsberger Klopse! Später am Nachmittag findet die Tortenschlacht
statt. Es ist bewundernswert, was für herrliche Kuchen unsere
Gemeindemitglieder backen können und dann trennen sie sich auch noch davon -
für einen guten Zweck. Alles, was verkauft wird, kommt aus der Gemeinde, ist
selbst hergestellt und wird gestiftet.
Das Gemeindehaus wimmelt von Menschen, alte Kontakt werden aufgefrischt und
neue geknüpft. Man sieht die Gemeinde mal nicht von der nur frommen Seite,
sondern man kann unverbindlich einen Blick auf ihre Talente werfen und sich
ganz nebenbei mit Weihnachtsgeschenken oder kleinen Mitbringseln eindecken.
Man könnte sich im nächsten Jahr sogar einklinken. Schneiderbegabte Frauen
werden noch gesucht!
Schnöde Geldgier ist keineswegs der Grund für den großen organisatorischen
Aufwand. Zu jeder Gemeinde gehört, auch über den eigenen Tellerrand zu
gucken und die Nöte anderer Menschen wahrzunehmen. Deshalb geht der Erlös
des Basars (das sind bis zu 6000 Euro, Tendenz steigend) an verschiedene
förderungswürdige Projekte. Wir haben die Kindernothilfe in Duisburg, die
Heilung bosnischer Kinder in Deutschland, ein Kinderheim in Rumänien, die
Müllkinder in Kairo, die Königsberger Straßenkinder im Laufe der Jahre
unterstützt, mehrfach das Frauenhaus in Bonn oder ein bolivianisches
Krankenhaus gefördert.
Neuerdings geht meist die Hälfte des Erlöses - wegen der akuten
Geldknappheit - an die eigene Gemeinde: für einen neuen Bus, für die
Jugendarbeit der Heilandkirche oder für diakonische Aufgaben.
Jedes Gemeindemitglied kann einen Basarzweck vorschlagen. Darüber wird
diskutiert und dann im Presbyterium abgestimmt.
Der Basar ist eine äußerst lebendige Veranstaltung, jedes Jahr werden andere
Dinge geboten. Es kommt darauf an, wer spendet und wer welche Talente
miteinbringt. Auf jeden Fall ist es eine Bewegung von der Basis, und darauf
sind wir stolz.
Haben Sie Lust einmal mitzumachen?
Susanne Hartenstein